Geräte Damen | Balken

Schwebebalken

Obwohl der Schwebebalken nur 10cm schmal und nicht elastisch ist, zeigen die heutigen Kunstturnerinnen an diesem Gerät Übungen, wie sie vor noch nicht allzu langer Zeit am Boden zu den Highlights gezählt haben. Sogar Schraubensalti auf dem Gerät werden bereits souverän beherrscht. Kürübungen am Schwebebalken dürfen bis zu 90 Sekunden dauern und müssen über die gesamte Länge des Geräts ausgeführt werden. Die Turnerin hat akrobatische und gymnastische Elemente sowie besondere Höhepunkte und harmonische Verbindungen in ihrer Kür zu vereinen, um eine hohe Note erhalten zu können. Eine akrobatische Serie besteht beispielsweise aus einem Rad mit anschließendem Flickflack und Rückwärtssalto, eine gymnastische Serie könnte z.B. aus einer Drehung gefolgt von einem originellen Sprung bestehen. Sechs weitere „Besondere Anforderungen“ müssen in einer vollwertigen Kür neben exzellenter Bewegungstechnik, Ausdruckskraft und Körperhaltung erfüllt werden: Eine Akrobatikserie mit mindestens zwei Flugelementen, eine gymnastische oder gymnastisch/ akrobatische Verbindung aus zwei oder mehreren Elementen, eine 1/1 Drehung auf dem Fuß oder Knie, ein Sprung mit 180°-Querspreizwinkel, eine Stand- oder Stützwaage sowie ein schwieriger Abgang. Die gesamte Ausführung der Kür sollte den Eindruck erwecken, dass die Turnerin auf dem Boden – und nicht auf dem nur knapp über fußbreiten Gerät aktiv ist. Die Länge des Balkens beträgt übrigens 5m, die Höhe 120 cm.

Pflicht

Die Bewertung der Übung beginnt mit dem Absprung vom Sprungbrett oder von der Matte. Bei Angängen ist ein Sprungbrett erlaubt. Unterlagen unter dem Sprungbrett sind grundsätzlich nicht gestattet, es sei denn, die Wettkampfleitung hat für den konkreten Wettkampf eine entsprechende Entscheidung getroffen. Der Anlauf beinhaltet einen Anhüpfer vor den Abgängen. Bei fehlendem Anhüpfer bei Abgängen erfolgt kein Abzug. Die Armführungen sind freigestellt. Sie müssen jedoch dem Übungsablauf angepasst sein, damit die Übung ein harmonisches und rhythmisches Ganzes bildet. Um gegengleiches Turnen zu ermöglichen ist jeweils ein Schritt mehr oder weniger erlaubt.

Karenzzeit:

Bei einem Sturz auf das Gerät oder vom Gerät ist eine Unterbrechung von 10 Sek. erlaubt (die Zeitnahme beginnt, wenn die Turnerin nach dem Sturz auf den Füßen steht). Die Karenzzeit ist beendet, wenn die Turnerin sich wieder auf dem Gerät befindet. Wird die Übung nicht innerhalb der Karenzzeit wieder aufgenommen, gilt die Übung als beendet.