Turner-Kletterwochenende das Siebente

Unser langersehntes Kletterwochenende ist nun leider schon wieder vorbei. Viel zu schnell verging die gemeinsame Zeit – aber dafür gab es jede Menge schöne Erlebnisse, spannende Geschichten und natürlich auch einige Kletterabenteuer. Am Freitagabend, den 28.08., trafen sich Gabi, Fred, Walli, Jenny, Katja, Gunnar und Jan auf der Kletterhütte. In gemütlicher Runde starteten wir mit spannenden Urlaubsgeschichten ins Wochenende. Natürlich durfte auch die Vorbereitung nicht fehlen: Das Kletterequipment wurde anprobiert, verteilt und auf seine Tauglichkeit geprüft. Für Samstag war bereits um 07:00 Uhr Wecken angesagt. Wir wollten möglichst früh los, denn unser Ziel waren die Lehnsteigtürme bei Schmilka. Die Anfahrt sollte über Bad Schandau führen und wir wollten unbedingt den Stau vor der Ampel an der Elbbrücke vermeiden. Doch wie so oft bei Outdoor-Plänen hatte das Wetter seine eigenen Vorstellungen. In der Nacht hatte es ordentlich geregnet, und so beschlossen wir, den Samstagmorgen etwas gemütlicher anzugehen. Am Samstagmorgen stießen dann noch Anton mit seiner Freundin und Jana zu unserer Runde. Gegen 09:15 Uhr ging es schließlich – etwas später als ursprünglich geplant – doch endlich los. Und siehe da: Kein Stau vor der Ampel an der Elbbrücke! So erreichten wir bereits gegen 09:45 Uhr Uhr den Parkplatz in Schmilka. Unser dritter klettererfahrener Mitstreiter Jens war zu diesem Zeitpunkt gerade dabei, mit der Fähre über die Elbe zu setzen. Hochmotiviert machten wir uns auf den Weg in Richtung Felsen.

Am Bösen Turm angekommen, ließ Jens dann auch keine Zeit verstreichen und stieg direkt hochmotiviert in den AW ein. Die ersten Klettermeter des Wochenendes waren damit gemacht – jetzt konnte es richtig losgehen! Jan und Gunnar kümmerten sich derweil unten um die bereits wartenden, hochambitionierten Nachsteiger und warfen noch einmal einen prüfenden Blick auf die Klettergurte und die Selbstsicherungen und Abseilgeräte. Schließlich sollten auch wirklich alle ordentlich eingebunden sein – Sicherheit am Fels geht immer vor!  Als erster Nachsteiger machte sich dann Fred auf den Weg nach oben. Am Gipfelkopf dauerte es allerdings doch etwas länger als erwartet. Jens hatte sich – vor allem mit Blick auf eine möglichst saubere Seilführung – für den direkten Ausstieg entschieden ein IV. Dort wartete dann doch noch ein kleiner Überhang, der es technisch durchaus in sich hatte.

Und so stellte dieser letzte Abschnitt dann doch jeden der Nachsteiger mehr oder weniger vor eine kleine Herausforderung. Mit etwas Einsatz, Geschick und dem ein oder anderen zusätzlichen Motivations(PO)schub 😊 wurde aber auch diese Stelle von allen gemeistert. Der erste Gipfel war damit erfolgreich bezwungen! Wieder gesund und munter unten angekommen, war natürlich erst einmal eine wohlverdiente Mittagspause angesagt. Schließlich macht Klettern hungrig! Während sich die einen um das leibliche Wohl kümmerten, nutzte Gunnar die Abseile am 2. Lehnsteigturm, um gleich ein Toprope für alle einzurichten. Jens machte sich derweil daran, den AW des zweiten Lehnsteigturms vorzubereiten – ebenfalls ein mit zwei Sternchen versehener Weg. Allerdings zeigte sich schnell, dass dieser Weg doch eine ganz andere Charakteristik hatte. Die ersten Meter sahen zwar noch vielversprechend aus, aber mit zunehmender Höhe wurde klar: Ganz so einfach wie beim ersten Turm sollte es auch diesmal nicht werden. Und so trauten sich letztendlich doch nicht alle in den Weg. Unsere Berg-Walli wollte zunächst auch gar nicht in den Weg einsteigen. Da bedurfte es dann doch etwas zusätzlicher Motivation: Kurzerhand wurde sie ins Seil eingebunden und Jens bekam das Kommando zur Sicherung. Naja, und siehe da – plötzlich kam Jens mit dem Einnehmen des Seils kaum noch hinterher! Walli kletterte wie eine kleine Berggemse flink und souverän über die schwierigeren Stellen hinweg und war schneller als gedacht am Gipfel angekommen. Kaum hatte Jens das Seil richtig sortiert, saß Walli schon oben auf dem Gipfel. Und mit Mitte 70 kann ich nur sagen: Hut ab, Walli! Hoffentlich bin ich in diesem Alter auch noch so fit und beweglich. Da kann man sich wirklich eine Scheibe abschneiden!

Nachdem schließlich alle wieder wohlbehalten am Boden angekommen waren, ging es zurück zur Hütte. Dort wartete schon der gemütliche Teil des Abends auf uns. Margot, Dieter, Tilo und Diana kamen am Abend noch zum gemeinsamen Grillen dazu. Bei bestem, angenehm mildem Wetter saßen wir zusammen, ließen es uns schmecken und genossen den schönen Abend unter dem Sternenhimmel. Bei guten Gesprächen und in geselliger Runde ließen wir den ereignisreichen Klettertag gemütlich ausklingen. Natürlich wurde dabei auch schon über das Ziel für den nächsten Tag beraten. Die Diskussion dauerte allerdings nicht allzu lange – ein passendes Ziel war schnell gefunden -Max und Moritz hieß der Gipfel.  An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an Jens, der uns an diesem Tag mit seiner Sicherungsleistung am Gipfel tatkräftig unterstützt hat. Gerade bei einer so großen und bunt gemischten Gruppe ist es wichtig sich auf fachkundiges Personal verlassen zu können.

Nach einem gemütlichen Sonntagsfrühstück starteten wir gegen 09:00 Uhr in Richtung Schrammsteine. Gemütlich ging es zu unserem Ziel – dem Gipfel Max und Moritz. Was soll ich sagen: Wieder stand ein AW, diesmal eine II mit zwei Sternchen, auf dem Programm. Aber auch dieser Weg hatte seine ganz eigene Charakteristik. Plötzlich war ein wenig Kaminkletterei gefragt. Das war für einige von uns ungewohnt und gleichzeitig interessant zu beobachten, denn jeder fand so seine ganz eigene Art, den Kamin zu bewältigen. Der Weg ist mit rund 35 Metern zudem recht lang. Da war neben der Kletterei auch ein wenig logistische Organisation gefragt. Ich übernahm oben auf dem Gipfel die Sicherung, während Gunnar sich hervorragend darum kümmerte, dass alle Nachsteiger sicher und in Etappen zunächst auf den Vorblock und anschließend bis zur zweiten Abseile kamen. Ab dort übernahm ich wieder die Sicherung zum Gipfel. So wurde auch diese Tour zu einer kleinen logistischen Meisterleistung und am Ende zu einer richtig großen Bergfahrt.
Ein wenig Zeit blieb uns noch, sodass wir kurzerhand beschlossen, auch noch die Löschnerwand, eine IV am Spitzen Turm, mitzunehmen. Damit war dann aber wirklich genug geklettert, und wir packten schließlich unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Rückweg zur Hütte. Dort warteten bereits leckere Kuchen und Kaffee auf uns. Ein ganz großes Dankeschön an Gabi und Fred für die süße Stärkung! In gemütlicher Runde ließen wir das tolle Kletterwochenende noch einmal Revue passieren. Und ich denke, jeder von uns konnte am Ende mit vielen schönen Klettererlebnissen, neuen Eindrücken und jeder Menge gemeinsamer Erinnerungen die Heimfahrt antreten.

Ein rundum gelungenes Wochenende – mit tollen Felsen, abwechslungsreichen Wegen, viel guter Laune und vor allem einer großartigen Gemeinschaft.

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